Kongressthema

Bildung braucht Raum. Kindertageseinrichtungen, Schulen, Berufs- und Hochschulen sind ebenso wie Kinder- und Jugendhäuser, Volkshochschulen, Kultur- und Stadtteilzentren, Familien und soziale Netzwerke Orte der Bildung. Um ihre Wirkung hinsichtlich der Vermittlung von Wissen und Können, der Erziehung, der Hilfe und Unterstützung entfalten zu können, benötigt Bildung einen prominenten Platz in der Gesellschaft. Räume für Bildung fordert einen solchen gesellschaftlichen Platz mit seinen sozialen, politischen, ökonomischen und kulturellen Aspekten. In modernen, komplexen und zunehmend global vernetzten und gleichzeitig ökologisch herausgeforderten Gesellschaften schränken soziale Ungleichheiten und die damit verbundenen Ungerechtigkeiten die Chancen ein, auf die materiellen, sozialen und kulturellen Ressourcen der Gesellschaft zugreifen zu können. Die den Subjekten jeweils gegebenen Möglichkeiten, Räume für Bildung zu finden und zu nutzen, potenzieren oder begrenzen die Teilhabechancen am gesellschaftlichen Leben.

Bildung nutzt Räume. Die räumliche Ordnung von Bildungseinrichtungen in ihrer physischen und sozialen Dimension schließt Optionen der Wahrnehmung und des Handelns ein oder aus. Sie trägt zu stabilen Ordnungen und Mobilität, zu Teilhabe beziehungsweise Inklusion und Ausschließung bei, ermöglicht Zugehörigkeiten und Beziehungen, soziale Positionen und Rollen sowie gesellschaftliche Praxen. Räume der Bildung sind zunehmend virtuell und translokal, vermitteln aber auch soziale, körperliche und sinnliche Erfahrung. Geschlechtliche, soziale und kulturelle Identitäten, Selbstverständnisse und Selbstwirksamkeiten, generationale und milieuspezifische Ordnungen spiegeln und erzeugen sich auch in Räumen der Bildung. Insofern sind sie zwar gestaltbar, verfestigen aber ebenso soziale Ungleichheiten.

Das Kongressthema Räume für Bildung. Räume der Bildung nimmt den gesellschaftlichen Raum, der Bildung gewährt oder entzogen wird, ebenso in den Blick wie die physischen und sozialen Räume, in denen Bildung stattfindet. Ermöglicht werden soll die Diskussion von Fragen einer optimalen Modulation von Kulturen der Bildung und Erziehung ebenso wie der Bedeutung sozial-räumlicher Strukturen und Bedingungen für die Gestaltung institutionalisierter, öffentlicher Bildung und Erziehung. Unterschiedliche erziehungswissenschaftliche Fragestellungen können unter Rückgriff auf theoretische und empirische Wissensbestände und mit Bezug auf verschiedene, quantitative und qualitativ-rekonstruktive Forschungsmethoden diskutiert werden. Aufgerufen sind Fragen sowohl nach der aktuellen Analyse vorfindbarer als auch nach der Gestaltung künftiger pädagogischer Räume. Die Theorie wie Empirie der Räume für Bildung erfordert die Analyse der Wirksamkeit vorhandener Versuche, Benachteiligung zu reduzieren, und provoziert die Frage, welche (Spiel-)Räume für Bildung einen substanziellen Beitrag zu mehr gesellschaftlicher Gerechtigkeit leisten könnten und wie sie dazu gestaltet werden sollten. Räume der Bildung thematisiert die Beschaffenheit sozialer und physischer Bildungsräume und deren Wahrnehmung und Wirkung.

Unter dem Titel Räume für Bildung. Räume der Bildung sollen auf dem 25. Kongress der DGfE in Kassel neben den genannten Gesichtspunkten Entwicklungen in den verschiedenen Forschungs- und Theoriefeldern der Erziehungswissenschaft insbesondere unter vier Aspekten betrachtet werden:

  • theoretische Bedeutung und Dimensionierung der Kategorie Raum für die Erziehungswissenschaft.
  • empirische Untersuchungen der Relevanz des Raumes für die Subjekte, für die Gestaltung von Bildung an unterschiedlichen Orten sowie zur Dimensionierung des »Raums als Erzieher«.
  • historische wie aktuelle Vermessungen gesellschaftlicher Räume von Bildung, ihrer Potenziale sowie der materiellen, symbolischen und sozialen Möglichkeiten bzw. Grenzen, Bildung und Erziehung zu gestalten.
  • Be- und Entgrenzungen, Standardisierungen und Destandardisierungen der Orte von Bildung sowie Analysen der Überlappungen und Übergänge zwischen unterschiedlichen Bildungsräumen.

Hinweise für die Einreichung von Beiträgen

Für die auf das Kongressthema bezogene Formate wie auch für die freien Formate ist ein Proposal elektronisch einzureichen, in dem das Konzept kurz und klar beschrieben wird, Angaben zu Referentinnen und Referenten sowie Arbeitstitel der Referate und einzelne Abstracts aufgeführt sind. Da die Zahl der Veranstaltungen begrenzt ist, wählt die Programmkommission unter den eingegangenen Vorschlägen auf der Basis einer externen, fachkollegialen Begutachtung aus. Um möglichst vielen Personen Chancen für die Präsentation ihrer Erkenntnisse zu bieten, sind Mehrfachauftritte in Symposien, Arbeitsgruppen und Themenforen nicht möglich. Neben der Präsentation eines inhaltlichen Beitrages als ErstautorIn ist es aber möglich, sich an der organisatorischen und inhaltlichen Konzeption von Veranstaltungen und der Moderation von Diskussionen zu beteiligen.

Eine Eingabemaske für die Formate erscheint am 1. Januar 2015 auf der Kongress-Website www.dgfe2016.de. Die Einreichungsfrist endet am 28. Februar 2015. Aufgrund der hohen Anzahl von Anfragen verlängern wir die Einreichungsfrist bis zum 8. März 2015. Bitte beachten Sie folgende Rahmenbedingungen bei Ihrer Planung:

  • Symposien finden an allen drei Kongresstagen jeweils dreistündig statt. Die Symposien müssen einen Bezug zu dem Kongressthema haben und sollten maximal vier Vorträge beinhalten, von denen ein Vortrag von einer Nachwuchswissenschaftlerin oder einem Nachwuchswissenschaftler gehalten wird (dazu zählen alle nicht habilitierten Kolleginnen und Kollegen, die keine Vollprofessur innehaben). Internationalität und Interdisziplinarität bei der Auswahl der Vortragenden sind erwünscht. Es können auch englischsprachige Symposien vorgeschlagen werden.
    Bitte reichen Sie für Ihre Vorschläge folgende Materialien ein: Ein gemeinsames Abstract (max. 4.000 Zeichen) und dessen Zusammenfassung für das Programm (max. 1.000 Zeichen) sowie Abstracts der Einzelbeiträge (jeweils max. 1.500 Zeichen).
  • Arbeitsgruppen finden am 15. und 16. März jeweils zweieinhalbstündig statt. Sie sind thematisch frei, jedoch ist ein Bezug zu dem Kongressthema erwünscht. Hier gibt es keine Regelungen für die Anzahl der Vorträge und die Auswahl der Referentinnen und Referenten. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, das Programm nicht zu überfrachten und den wissenschaftlichen Nachwuchs zu beteiligen. Es können auch englischsprachige Arbeitsgruppen vorgeschlagen werden.
    Bitte reichen Sie für Ihre Vorschläge folgende Materialien ein: Ein gemeinsames Abstract (max. 4.000 Zeichen) und dessen Zusammenfassung für das Programm (max. 1.000 Zeichen) sowie Abstracts der Einzelbeiträge (jeweils max. 1.500 Zeichen).
  • Themenforen finden zeitlich parallel zu den Forschungsforen am 14. März jeweils zweistündig statt. Hier besteht die Möglichkeit, Einzelbeiträge mit einem klaren Bezug zum Kongressthema vorzuschlagen. Dafür sind ein Abstract (max. 1.500 Zeichen) und eine Minimalzusammenfassung (max. 300 Zeichen) einzureichen.
  • Forschungsforen finden zeitlich parallel zu den Themenforen am 14. März und zu den Arbeitsgruppen am 16. März jeweils zweistündig statt. Sie sind in ihrer Gestaltung inhaltlich völlig freigestellt. Sie sollen nationalen wie auch internationalen Forschungsprojekten oder -verbünden sowie Nachwuchs- bzw. Doktorandengruppen eine Möglichkeit des fachlichen Austauschs bieten. Ihre Anzahl richtet sich nach den zur Verfügung stehenden Räumen. Bitte reichen Sie für Ihre Vorschläge ein gemeinsames Abstract (max. 4.000 Zeichen) und dessen Zusammenfassung für das Programm (max. 1.000 Zeichen) ein.

Alle Angaben zu Maximalzeichenzahlen verstehen sich inklusive Leerzeichen. Mit einer Benachrichtigung über die Annahme oder Ablehnung der Einreichungen ist im August 2015 zu rechnen.

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